Tagung: Das Kopftuch als Projektionsfläche

Datum & Uhrzeit: 16. Jan 2018 , 10:00 Uhr
Veranstaltungsort: AK Bildungszentrum Wien » Wo ist das?

 

Das „Kopftuch“ ist in den letzten Jahren zunehmend ins Visier (integrations-) politischer und rechtlicher Debatten geraten. Bei kaum einem Thema gehen die Meinungen so weit auseinander. Nicht nur politische Parteien und Interessenvertretungen, auch Frauenorganisationen sind tief gespalten.

Mit dem Kopftuch erfolgen pauschalisierende Zuschreibungen gegenüber Frauen, die nur selten hinterfragt werden. Die Sichtweisen der Betroffenen bleiben zumeist gänzlich unbeachtet und die „Kopftuchfrau“ wird selten als selbstbestimmt handelnde Akteurin wahrgenommen.

Diese Stigmatisierung hat nicht nur für zugewanderte Frauen verheerende Folgen, wie etwa Diskriminierung am Arbeitsmarkt, sondern auch für feministische Agenden. Es wird ein dichotomes Bild einer gleichberechtigten westlichen Gesellschaft und einer Frauen unterdrückenden muslimischen Gesellschaft gezeichnet. Tatsächlich bestehende Benachteiligungen zwischen Männern und Frauen, wie etwa die ungleiche Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit, häusliche Gewalt gegen Frauen oder etwa Sexismus im öffentlichen Raum, den Medien etc., geraten dadurch zunehmend aus dem Blickfeld.

Bei der Veranstaltung wird der Frage nachgegangen, inwiefern die dominanten Diskurse zum Thema Kopftuch, die Gesellschaft als Ganzes beeinflussen, indem sie etwa bestehende sozioökonomische Schieflagen zementieren oder gar hervorbringen. Diesem Thema widmen sich renommierte ExpertInnen verschiedener Disziplinen aus dem In- und Ausland.

PROGRAMM

10.00 Uhr Begrüßung
Ingrid Moritz, Abteilungsleiterin Frauen und Familie, AK Wien

10.15 Uhr KEYNOTE: Geschlechterordnung und Machtungleichheiten
Gabriele DietzeKulturwissenschaftlerin, Humboldt Universität Berlin

11.00 Uhr Kopftuch und Vollverschleierung im Rechtsdiskurs: Analyse und Kritik
Elisabeth Holzleithner, Professorin Universität Wien

11.45 Uhr Regieren religiöser Differenz. Herrschaft an der Schnittstelle von Integration, Recht und Geschlecht
Birgit Sauer, Politikwissenschaftlerin und Professorin Universität Wien

12.30 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr Darf die Muslima sprechen? Zur Frage wie muslimische Frauen im österreichischen Mediendiskurs dargestellt werden
Katharina Hametner, Universitätsassistentin Sigmund Freud Privatuniversität Wien
Natalie Rodax, Lektorin Sigmund Freud Privatuniversität Wien

13.45 Uhr Ethnizität, Geschlecht und Rassismus. Zur Verflechtung von feministischen Zielen im antimuslimischen Rassismus
Meltem Kulaçatan, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Moderation: Sibylle Hamann, Journalistin und Feministin

Wir ersuchen um Ihre verbindliche Anmeldung bis Montag, 8. Jänner 2018 unter https://admin.arbeiterkammer.wien/app/webform/p/X2QFS5XOFXE6Y/

 

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