an.schläge 1/2015 zu „Feminismus und Religion“

Seit den Anschlägen auf die Redaktion der Pariser Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ spricht ganz Europa über Religion – oder vielmehr: den Islam. Doch Rechte Parteien, Hetzer wie Thilo Sarrazin und Gruppierungen wie Pegida sorgen schon seit geraumer Zeit für eine islamophobe Stimmung. Auch in feministischen Diskursen sind Rassismus und Islamophobie seit vielen Jahren Thema, nicht zuletzt weil auch Feministinnen wie Alice Schwarzer den Islam gerne pauschal als frauenfeindlich verdammen.
Doch das feministische Verhältnis zu Religionsgemeinschaften insgesamt war stets ein sehr kritisches: „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ ist häufig auf Demo-Bannern autonomer Feministinnen zu lesen, denn über die jahrhundertealte Misogynie der katholischen Kirche kann auch das „Macho“-Geständnis des Papstes nicht hinwegtäuschen. („Wir sind oft zu macho und lassen den Frauen keinen Raum“, hat Papst Franziskus am Ende seiner Asienreise im Jänner verkündet. Auf dieser Reise hatte er sich gleichzeitig erneut vehement gegen Empfängnisverhütung und Abtreibung ausgesprochen.) Gleichzeitig engagieren sich viele gläubige Frauen* etwa in der katholischen Frauenbewegung und bezeichnen sich selbst als Feministinnen, letzteres tun selbstverständlich auch viele Musliminnen.
In unserem Schwerpunkt stellen wir also die Gretchenfrage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Wir widmen uns darin den Beziehungen zwischen Feminismen und monotheistischen Religionen, befragen gläubige Feministinnen und religionskritische Atheistinnen und lassen uns queere Strömungen in der Theologie und Religionswissenschaft erklären.

http://anschlaege.at/feminismus/feminismus-religion-februar-2015/